Das Modell gilt für fest installierte PV-Anlagen unter 100 kW mit EEG-Einspeisevergütung, nicht für Steckersolargeräte. Vor dem 25. Februar 2025 in Betrieb genommene Anlagen behalten in diesem Pfad die bisherigen Regeln. Bei Neuanlagen zählt die Leistung jeder simulierten Variante, nicht das maximale Dachpotenzial.
Methodik für Privat haushalte
Von der verständlichen Einordnung bis zur technischen Dokumentation: Berechnungsgrundlagen für PV-, Batterie- und Tarifanalysen von Privathaushalten in Deutschland.Stand: 03. September 2026
Überblick
Voltary simuliert, wie Strom in einem Privathaushalt erzeugt, verbraucht, gespeichert und abgerechnet wird. Dafür werden Stromverbrauch, PV-Erzeugung, Batteriespeicherung, Netzbezug und Einspeisung in festen Zeitintervallen bilanziert. Auf dieser Grundlage werden Tarife, laufende Kosten und Investitionskennzahlen berechnet, sodass sich PV-, Batterie- und Tarifszenarien konsistent vergleichen lassen.
Die folgenden Kapitel legen den Berechnungsweg offen: von Datenaufbereitung und Projektzeitachse über Batteriebetrieb und Solarspitzengesetz bis zur ökonomischen Bewertung. Sie dokumentieren außerdem Standardannahmen, Datenquellen und Modellgrenzen. Sämtliche Ergebnisse gelten für die gewählten Eingaben und Annahmen; sie sind modellierte Szenariowerte und keine Garantie für künftig tatsächlich erzielte Einsparungen oder Erträge.
Berechnungsgrundlagen im Überblick
Diese Einführung erklärt ohne Formeln, welche Entscheidungen Voltary unterstützt, warum die zeitliche Auflösung zählt und wie die Ergebnisse gelesen werden sollten.
Voltary betrachtet technische und wirtschaftliche Fragen gemeinsam. Entscheidend ist nicht eine einzelne möglichst hohe Kennzahl, sondern welche Konfiguration unter denselben Annahmen am besten zum gewählten Ziel passt.
- Wie viel des eigenen Stromverbrauchs können PV und Batterie decken?
- Wie verändert eine Batterie Netzbezug, Einspeisung und Eigenverbrauch?
- Welche PV- oder Batteriegröße ist unter den gewählten Annahmen wirtschaftlich attraktiv?
- Wie wirken Strompreis, Einspeisevergütung, Investition und laufende Kosten zusammen?
- Welche Konfiguration passt besser zu einem Ziel wie Autarkie, Gesamtgewinn oder Rendite?
Der Jahresverbrauch allein reicht für die Bewertung von PV und Batterie nicht aus. Zwei Haushalte mit gleichem Verbrauch können unterschiedliche Ergebnisse erzielen, wenn Strombedarf, PV-Erzeugung und Preise zu anderen Zeitpunkten auftreten.
Voltary betrachtet diese Größen deshalb gemeinsam in 15- oder 60-Minuten-Intervallen. So wird sichtbar, ob PV-Strom direkt genutzt oder gespeichert werden kann, wann Netzbezug entsteht und ob zeitabhängige Tarifunterschiede tatsächlich nutzbar sind.
Die konkrete Datengrundlage hängt von der gewählten Analyse und den verfügbaren Angaben ab. Voltary verbindet Nutzereingaben und Messdaten mit dokumentierten Produktstandards und externen Datenquellen.
- Verbrauchs-, Erzeugungs- und Netzdaten aus Uploads oder erzeugten Haushaltsprofilen
- PV-Leistung, Standort, Ausrichtung, Neigung und standortbezogene Ertragsprofile
- Batteriekapazität, Leistungsgrenzen, Wirkungsgrade, Reserve und Alterungsannahmen
- Stromtarife, Einspeisevergütung, dynamische Marktpreise und die implementierte Solarspitzengesetz-Logik
- Investitionen, Wartung, Analysehorizont, Preisentwicklung und Diskontsatz
Am aussagekräftigsten ist der Vergleich mehrerer Szenarien, die mit denselben Regeln und Annahmen berechnet wurden. Einzelne Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten deshalb nicht isoliert gelesen werden.
- Szenariounterschiede sind häufig belastbarer als ein einzelner absoluter Ergebniswert.
- Langfristige Euro-Werte hängen besonders von Preis-, Kosten- und Nutzungsannahmen ab.
- Sensitivitäten zeigen, ob eine Entscheidung auch unter vorsichtigeren Annahmen nachvollziehbar bleibt.
- Technische Planung, konkrete Angebote, Finanzierung und Vertragsprüfung bleiben eigenständige Schritte.
Voltary vergleicht ausgewählte, genau bezeichnete Gerätekonfigurationen – keinen vollständigen Markt. Kapazität, Leistungsgrenzen und Anschlussart werden mit Herstellerquelle und Datenstand dokumentiert. Einheitliche Verlust- und Alterungsannahmen sind davon getrennt; Änderungen der technischen Produktwerte werden als angepasstes Modell gekennzeichnet. Die Simulation ist kein Produkttest und bildet nicht das proprietäre Energiemanagement eines Herstellers nach.
Bei Balkonkraftwerken können modellierte Modulprofile AC- und DC-Speicher im selben Vergleich abbilden. Gemessene AC-Erzeugung enthält keine Information über bereits abgeschnittene DC-Leistung und erlaubt deshalb nur eine AC-Nachrüstung. Bei regulären PV-Anlagen betrachten wir hier separate AC-Speicher bei unverändertem PV-Wechselrichter. Modulkompatibilität und elektrische Anschlussbedingungen müssen gesondert geprüft werden.
Der vorausgefüllte, anpassbare Gesamtpreis ist ein Voltary-Planungswert, kein Kaufangebot. Er umfasst den Geräteansatz und eine ausgewiesene Pauschale für nötiges Zubehör, Messanbindung, Versand, Installation und anfallende Steuern. Quelle beziehungsweise Schätzbasis und Stand sind dokumentiert; passe den Betrag an dein vollständiges Angebot an. Bei höherer geplanter AC-Abgabe wird nur ein unveränderter Planungspreis angepasst. Eine Provision beeinflusst weder Simulation noch Sortierung.
Der Standard ist ein idealisierter Speichervergleich: 100 % Lade- und Entladewirkungsgrad, 100 % nutzbare Nennkapazität, keine Selbstentladung, kein Hilfsverbrauch und keine Kapazitätsalterung. Das sind keine zugesicherten Produkteigenschaften; reale Einsparungen und Rangfolgen können abweichen. Die Speicherwirkungsgrade decken den jeweiligen Speicherpfad einschließlich Umwandlung einmal ab. PV-Erzeugung, direkte PV-Umwandlung und Leistungsgrenzen bleiben erhalten. Alle Speicherannahmen sind anpassbar; Ergebnisse und Bericht weisen die tatsächlich verwendeten Parameter aus.
Vereinfachte kalkulatorische Verschleißkosten bleiben aktiv: Speicherinvestition geteilt durch Nennkapazität und angesetzte Referenzzyklen. Sie beeinflussen die Betriebsentscheidung auch ohne Kapazitätsalterung, sind aber keine zusätzliche Zahlung im Cashflow. Die Zyklenreferenz ist je Modell mit Quelle und Prüfbedingungen oder ausdrücklich als Voltary-Annahme gekennzeichnet; sie ist keine Garantie oder Lebensdauerprognose. Kompatible, bedarfsgerechte Messung am Hausanschluss wird angenommen und muss vor dem Kauf für die konkrete Installation geprüft werden.
Technische Methodik im Detail
Die folgenden Kapitel dokumentieren die implementierte Berechnung mit Zeit- und Kostenkonventionen, Simulationsreihenfolge, Formeln, Standardwerten und Quellen. Sie bilden die präzise Detailebene zu der Einführung oben.
Simulationsablauf
Die Ergebnisse entstehen in einer klaren Abfolge aus Dateneingabe, Normalisierung, physikalischer Simulation und ökonomischer Auswertung.
1. Eingangsdaten
Verbrauchsdaten, PV-Konfiguration, Batterieparameter, Preisannahmen und tarifliche Zusatzkomponenten werden als Eingangsvektor vorbereitet.
2. Normalisierung
Zeitachsen, Einheiten und fehlende Werte werden auf eine gemeinsame Intervallstruktur gebracht, damit Last-, PV- und Preisdaten vergleichbar sind. Bei Uploads ohne bestehende Batterie übernehmen wir für Folgejahre das im Upload gemessene stündliche Muster: wie viel PV die Last direkt deckt und in welchen Stunden trotz PV noch Restlast und Netzbezug übrig bleiben. Das ist wichtig, weil sonst Stunden geglättet würden, in denen trotz hoher PV-Erzeugung noch Restlast und Netzbezug auftreten. Genau diese Spitzen kann eine Batterie später oft abfangen.
3. PV-Modellierung
Je nach Workflow verwenden wir hochgeladene gemessene PV-Daten oder berechnen neue wetterbasierte Erzeugungsprofile ausschließlich mit stündlichen Daten aus PVGIS 5.3 und dem kristallinen Siliziummodell 2025 (crystSi2025). Dafür übergeben wir den Standort mit seiner IANA-Zeitzone, alle konfigurierten Flächengeometrien, die gewählte Montageart und die gewählten Systemverluste an die PVGIS-basierte Backend-Methode. Für jede eindeutige Geometrie ruft sie ein normiertes 1-kWp-Profil ab und skaliert die geprüften Werte lokal auf die zugewiesenen kWp. Transparente Standardwerte sind 14 % Systemverluste und eine freistehende, hinterlüftete Montage. Die Monatsauswahl folgt dem offiziellen PVGIS-TMY-Verfahren nach ISO 15927-4 über den historischen Zeitraum 2005–2023; übernommen werden die realen PVGIS-Stundenwerte der ausgewählten Ursprungsjahre. Ist die angefragte PV-Größe kleiner als die gesamte konfigurierte Leistung, ordnet das Backend die Flächen nach ihrem standortspezifischen normierten PVGIS-Jahresertrag und weist die angefragte Leistung deterministisch in dieser Reihenfolge zu. Nicht verfügbare, unvollständige oder ungültige PVGIS-Daten brechen die Berechnung ab und werden niemals durch eine synthetische PV-Kurve ersetzt.
4. Batterie-Dispatch
Für jedes Intervall werden SoC-Grenzen, Lade- und Entladeleistung, Wirkungsgrade sowie ökonomische Preisschwellen angewendet. Die Batterie folgt dabei bewusst einer transparenten regelbasierten Logik und keinem prognoseoptimierten Regler.
5. Tarifabrechnung
Netzbezugskosten, Einspeiseerlöse und jährliche Fixkomponenten werden je nach Preislogik zu Gesamtkosten und Einsparungen aggregiert.
6. Bewertung
Aus den Simulationsergebnissen und den datierten Projekt-Cashflows werden Kennzahlen wie Autarkie, Eigenverbrauch, ROI, Amortisationszeit, Kapitalwert, interner Zinsfuß und Gewinn berechnet und optimiert.
Projektstart und zeitliche Konventionen
Physikalische Simulation und Finanzrechnung verwenden denselben bestätigten Projektstart, aber unterschiedliche, ausdrücklich definierte Zeitachsen.
Balkonkraftwerk und Speicheranschluss
Balkonkraftwerke werden ausdrücklich als eigene Anlagenart gewählt: bis 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA am PV-Wechselrichter, ohne Einspeisevergütung. Die zeitliche und finanzielle Auswertung bleibt gleich. Die folgenden allgemeinen Batterieformeln beschreiben den regulären PV-Pfad; beim BKW gelten stattdessen die getrennten AC-/DC-Grenzen, Reserveauffüllung wie bei regulärer PV bei vorhandener Netzladefähigkeit und kein absichtlicher Batterieexport. Bei bestehenden Anlagen wird die Nachrüstung mit dem unveränderten Bestand verglichen; neue Anlagen werden in ganzen Modulen einschließlich PV ohne Speicher und ohne Anschaffung verglichen. Sensor- und weitere Nachrüstkosten zählen nur bei Speicherkandidaten zum Budget und zur Investition.
Keine weitere PV-Anlage, kein vorhandener Speicher; keine Einspeisevergütung.
Die Rechnung setzt einen kompatiblen Verbrauchssensor und bedarfsgeregelten Betrieb voraus. Reaktionsverzögerungen und kleine Regelabweichungen innerhalb eines Zeitintervalls werden nicht separat simuliert. Der Sensor ist kein regulatorisches iMSys.
DC-Speicher können Überschuss vor der Wechselrichterbegrenzung nutzen. AC-Speicher laden nur aus der bereits begrenzten AC-Erzeugung. Bei modellierter PV gilt der eingestellte Systemverlust ausschließlich vor dem Wechselrichter; dessen Wirkungsgrad wird zusätzlich genau einmal berücksichtigt.
Für einen DC-Speicher reichen AC-Messdaten nicht aus. Bitte zunächst ein PV-Profil mit den vorhandenen Modulflächen erstellen.
Reale Speichermodelle nutzen anpassbare Planungswerte, keine aktuellen Angebote. Der Gesamtpreis umfasst Messung, Anschluss und Montage. Geräte- und Sensorkompatibilität ist vor dem Kauf zu prüfen.
Ein separater AC-Speicher kann eine höhere Anschlussleistung haben. Das bedeutet nicht automatisch, dass der vereinfachte Anschlussprozess für das Gesamtsystem gilt. Gerätekompatibilität, Anschluss und Anmeldung sind vor dem Kauf mit Hersteller und Fachbetrieb zu klären.
Batteriemodell
Die Batterie wird als intervalldiskretes Speicherproblem mit SoC-Grenzen, Lade-/Entladeleistung und Wirkungsgradverlusten modelliert. Innerhalb jedes Intervalls folgt die Implementierung dieser Reihenfolge: SoC-Clipping, direkte PV-Deckung, Selbstentladung, Reserve-Wiederherstellung, Hilfsverbrauch, ökonomisch zulässige Entladung, PV-Ladung, optionale Netzladung und erst danach Export bzw. Einspeisebegrenzung.
Auch ohne aktive Zyklen sinkt die nutzbare Kapazität über die Zeit. Das Modell bildet diesen Effekt anhand der hinterlegten Alterungsannahmen und in Abhängigkeit vom mittleren SoC des Simulationstags ab.
Zusätzlich zur kalendarischen Alterung reduziert zyklische Nutzung die verfügbare Kapazität. Dafür wird der tägliche SoC-Verlauf in Vollzyklenäquivalente und eine tägliche Entladetiefe übersetzt.
Die zulässige Betriebsbandbreite skaliert mit der im jeweiligen Simulationszeitpunkt verfügbaren Batteriekapazität; min- und max-SoC sind daher keine festen kWh-Werte.
Lade- und Entladeleistung werden zunächst in maximal bewegte Energie pro Intervall übersetzt. Diese Grenze wirkt zusätzlich zu den SoC-Grenzen.
Die Implementierung verteilt die Batterieinvestition auf den nominalen Lebensdauer-Zyklusdurchsatz aus Kapazität und garantierten Zyklen.
Netzladung ist nur dann sinnvoll, wenn der Kaufpreis niedrig genug ist, um Verschleiß und Wirkungsgradverluste zu decken.
Entladung ist nur wirtschaftlich, wenn der vermiedene Netzpreis die Verschleißkosten unter Berücksichtigung der Entladeverluste übersteigt.
Bevor die Batterie reagiert, wird die Haushaltslast zunächst direkt aus der laufenden PV-Erzeugung gedeckt. Daraus ergeben sich Restlast für mögliche Entladung und PV-Überschuss für spätere Ladung oder Einspeisung.
Chemische Leerlaufverluste werden getrennt von Lade- und Entladewirkungsgraden modelliert. Sie reduzieren die gespeicherte Energie proportional zum aktuellen SoC, auch wenn die Batterie sonst inaktiv ist.
Nach Haushalts- und Hilfsverbrauch füllt verbleibende PV zuerst ein Reservedefizit auf, danach das Netz innerhalb der Ladeleistungsgrenze. Reserve-Nachladung ist unabhängig von tarifabhängiger Ladung.
Der Hilfsverbrauch ist eine effektive Systemlast. Verfügbare PV deckt ihn vor der Batterieladung. Den Rest deckt der Speicher nur, wenn Preis, Reserve und Leistungsgrenzen eine Entladung erlauben; sonst wird der verfügbare Netzpfad genutzt.
Nach direkter PV-Deckung prüft das Modell von innen nach außen, wie viel Energie die Batterie in diesem Intervall überhaupt an die Last liefern kann: zunächst die oberhalb der Mindestreserve verfügbare Energie, dann begrenzt durch die Entladeleistung des Intervalls und anschließend mit auf die nach Entladeverlusten an der Last ankommende Energiemenge umgerechnet. Davon wird höchstens die verbleibende Restlast bedient und nur dann, wenn der aktuelle Strompreis die Entladeschwelle überschreitet.
PV-Überschuss lädt die Batterie vor jeder eventuellen Netzladung. Begrenzend wirken nur der verfügbare Überschuss, freier Speicherplatz und die Ladeleistung.
Netzladung wird erst nach PV-Ladung geprüft und nutzt nur die im Intervall verbleibende Ladeleistung. Zusätzlich muss der Strompreis unter der Ladegrenze liegen.
Nach der Batterieladung verbleibender PV-Überschuss wird zunächst als potenzielle Einspeisung bestimmt und anschließend gegebenenfalls durch eine Einspeisebegrenzung gekappt.
Netzbezug besteht im Modell nicht nur aus Restlast des Haushalts, sondern zusätzlich aus Reserve-Nachladung aus dem Netz, regulärer Netzladung der Batterie und ungedecktem Hilfsverbrauch.
Der End-SoC des Intervalls ergibt sich aus dem begrenzten Anfangszustand nach Abzug von Selbstentladung und batterieseitig gedecktem Hilfsverbrauch sowie nach Addition von Reserve-Wiederherstellung und regulärer PV- bzw. Netzladung.
Tarif- und Kostenmodell
Wir unterscheiden zwischen festen Energiepreisen, zeitvariablen Preisen und jährlichen Fixkomponenten. In den Preisdiagrammen werden meist nur variable EUR/kWh-Komponenten gezeigt; Jahresgebühren fließen in die Jahresergebnisse ein.
Beim Fixpreis werden die jährlichen Netzbezugskosten aus Energiepreis mal Importmenge plus jährlichen Fixkomponenten berechnet.
Bei dynamischen Tarifen wird der Netzbezug immer auf der gewählten Simulationszeitachse mit dem jeweils gültigen Preis bewertet: bei Stundensimulation stündlich, bei 15-Minuten-Simulation viertelstündlich. Anschließend werden fixe Jahresbestandteile ergänzt.
Berichtete Kennzahlen
Wir kombinieren physikalische und ökonomische Kennzahlen. Die folgenden Definitionen sind die zentralen Auswertungen für PV-, Batterie- und Gesamtsystemvergleich.
Vergleichsszenarien: In Upload-Daten kann bereits Batterieverhalten enthalten sein. Deshalb ist ein Szenario mit 0 kWh zusätzlicher Batteriekapazität nicht immer identisch mit einem reinen Haushalt-ohne-Batterie-Basisszenario. Die ausgewiesenen Batterieeffekte beziehen sich jeweils auf den passenden Vergleichspfad.
Die Eigenverbrauchsquote misst, welcher Anteil der PV-Erzeugung direkt oder indirekt im eigenen System genutzt wird.
Der Autarkiegrad misst, wie stark der Haushalt seinen Strombedarf ohne Netzbezug decken kann.
Der Batterienutzen vergleicht Netzbezug und Einspeisung mit demselben System ohne neuen Speicher. Er enthält Netzladung und Hilfsverbrauch sowie tatsächlich entgangene Einspeiseerlöse durch PV-Ladung und PV-Hilfsversorgung. Sonst abgeregelte PV verursacht keine entgangenen Einspeiseerlöse.
Der Intervallnutzen der Batterie wird zunächst über alle simulierten Intervalle aufsummiert und erst danach annualisiert.
Die ausgewiesenen Zyklen basieren auf dem insgesamt netto geladenen Energievolumen relativ zur Batteriekapazität. Daraus wird eine erwartete Lebensdauer in Jahren abgeleitet.
Die Batterieeinsparung ist der über den Analysehorizont gemittelte Nutzen der Batterieoperation.
Die PV-Einsparung summiert vermiedenen Netzbezug aus Eigenverbrauch und Erlöse aus Einspeisung und mittelt diese über den Analysehorizont.
Der ROI setzt den durchschnittlichen nominalen Batterie-Netto-Cashflow ins Verhältnis zur Investition. Die Amortisation ist die erste Nullkreuzung des kumulierten nominalen Batterie-Cashflows.
Der Gesamtgewinn ergibt sich aus allen nominalen PV- und Batterie-Netto-Cashflows nach Wartung abzüglich der relevanten Investitionen.
Bei Konfigurationsvergleichen wird die beste Lösung als Argmax des gewählten Zielkriteriums bestimmt.
Ökonomische Konventionen
Die ökonomische Auswertung verwendet einen datierten nominalen Cashflow-Pfad: Investitionen werden am Projektstart t₀ gebucht, operative Werte und Wartung monatlich zum jeweiligen Monatsende.
Erweiterte Finanzkennzahlen
NPV und IRR bauen auf datierten nominalen Cashflows auf. Der anfängliche CAPEX liegt an t₀; operative Cashflows und zeitanteilige Wartung liegen jeweils am Monatsende.
Der diskontiert jeden nominalen Netto-Cashflow anhand seines tatsächlichen Zahlungsdatums auf t₀ zurück.
Die ist der jährliche Diskontsatz, bei dem der derselben datierten Cashflow-Reihe null ergibt.
Im kumulierten Cashflow-Chart endet die gestrichelte diskontierte Linie beim NPV, während die durchgezogene nominale Linie den nominalen Amortisationspfad zeigt. Dargestellte Jahreszeilen aggregieren die zugrunde liegenden monatlich datierten Cashflows; die Wartung wird anteilig den tatsächlichen Projektzeiträumen zugeordnet.
Solarspitzengesetz
Für deutsche Privathaushalts-Szenarien berücksichtigt Voltary den Solarspitzengesetz-Pfad als ausdrücklich dokumentierte technische Szenarienlogik.
Ab Inbetriebnahme gilt die 60%-Begrenzung auch unter 2 kWp. Sie endet am Datum der ersten erfolgreichen Ansteuerung durch den Netzbetreiber. PV-Ladung der Batterie erfolgt vor der Begrenzung. Die gesonderte Ausnahme für Steckersolargeräte wird nicht aus der Modulleistung abgeleitet.
Ab genau 2 kWp und unter 100 kW greift die Nullvergütung ab dem 1. Januar nach der iMSys-Installation. Unter 2 kWp setzt § 51 EEG zusätzlich eine BNetzA-Festlegung voraus; ohne hinterlegtes Festlegungsdatum nimmt das Modell keinen künftigen Beginn an. Viertelstunden werden exakt, Stundendaten anteilig nach negativen Viertelstunden abgerechnet.
Das Modell zählt die betroffenen Viertelstunden im gesetzlichen Zeitraum, wendet für Solaranlagen den Faktor 0,5 an und leitet die Verlängerung aus den gesetzlichen Monatskontingenten ab. Liegt die Nachholvergütung nach dem Analysezeitraum, wird sie anhand des letzten Betriebsjahres mit fortgeführter PV-Degradation als datierter Endwert geschätzt.
Annahmen und aktuelle Standardwerte
Die folgenden Werte sind dokumentierte Produktstandards, sofern keine Nutzerwerte angegeben werden. Sie sind keine Naturkonstanten, sondern konfigurierbare Modellparameter.
- Analysehorizont
- 20 JahreStandardwert in der wirtschaftlichen Auswertung; durch Nutzerangaben überschreibbar.
- Projektstart
- Bestätigtes lokales Datum t₀Neue Anlagen sind genau ab t₀ aktiv; die finanzielle Laufzeit und Betriebsjahre werden von diesem Datum aus bestimmt.
- Zeitauflösung
- Feste Intervall-Simulation mit 15 oder 60 MinutenEingangsdaten werden je nach gewählter oder erkannter Datengranularität vor der Dispatch-Logik auf ein gemeinsames 15- oder 60-Minuten-Raster normalisiert.
- Fixe Jahreskomponenten
- Bei Konfiguration in Jahressummen enthaltenEUR/kWh-Charts zeigen oft nur variable Preisbestandteile.
- SoC-Grenzen
- 10 % min / 95 % max / 50 % initialDiese Werte greifen nur, wenn keine explizite Konfiguration vorliegt.
- Wirkungsgrade
- 95 % Laden / 95 % EntladenWirken sowohl in der SoC-Fortschreibung als auch in den Preisgrenzen.
- Selbstentladung
- 3,0 %/MonatWird als auf das Intervall umgerechneter Verlust auf den gespeicherten Energieinhalt vor der Reserve-Wiederherstellung angewendet.
- Standby- / Hilfsverbrauch
- 5 WWird als direkter elektrischer Verbrauch modelliert: zuerst aus Batteriereserve oberhalb des Mindest-SoC, danach mit Netz-Fallback.
- Garantierte Zyklen
- 6000Werden für Verschleißkosten und Lebensdauerabschätzung verwendet.
- Hinterlegte Alterungsannahme
- LiFePO4 (LFP) für alle unterstützten SpeicherszenarienDie Simulation verwendet die LFP-Koeffizienten für Kalender- und Zyklusalterung. Garantierte Zyklen und die erweiterten Alterungsannahmen bleiben je nach Konfiguration anpassbar.
- Batteriealterung
- Kalender- und Zyklusalterungsmodell mit LiFePO4-naher StandardannahmeManuelle bzw. frei konfigurierte Batterien verwenden die Standardannahme; reale Batteriemodelle übernehmen, wenn verfügbar, spezifischere Katalogangaben.
- Modellierte Alterungsstressoren
- Mittlerer SoC, Entladetiefe und garantierte ZyklenNicht separat modelliert werden derzeit Temperatur, explizite C-Rate und herstellerspezifische Zell- oder Thermomodelle.
- Alterungs-Sensitivitäten
- Kalender 1,0x und Zyklus 1,0x standardmäßigOptionale nutzerseitige Multiplikatoren skalieren die Basis-Terme der Kalender- und Zyklusalterung für Sensitivitätsanalysen, während die literaturbasierte Modellstruktur unverändert bleibt.
- PV-Degradation
- 0,5 % pro JahrStandardwert für mehrjährige PV-Projektionen.
Fortschreibung von Profilen und Szenarien
Notation und Einheiten
Die Notation unten wird auf der gesamten Seite konsistent verwendet. Zwischenzustände wie (sd), (reserve), (d) und (pv) kennzeichnen temporäre SoC-Stände innerhalb eines einzelnen Dispatch-Intervalls.
- Energiemenge
- EinheitkWh
- Leistung
- EinheitkW
- Preis oder Tarifkomponente
- EinheitEUR/kWh
- Kosten oder jährliche Einsparung
- EinheitEUR
- Investition
- EinheitEUR
- Gesamtgewinn über den Analysehorizont
- EinheitEUR
- Lade- bzw. Entladewirkungsgrad im Intervallmodell
- Einheitdimensionslos
- Ladezustand der Batterie
- EinheitkWh
- Zeitindex des Simulationsintervalls
- Einheitdimensionslos
- Analysehorizont
- EinheitJahre
Indexe, Suffixe und Pfeilnotation
- Energiemenge vor Wirkungsgradverlusten
- Beispiel ist die brutto aus dem Netz geladene Energiemenge.
- Energiemenge nach Wirkungsgradverlusten bzw. als Nettoeffekt
- Beispiel ist die netto in der Batterie gespeicherte Energiemenge.
- verbleibende Restgröße nach einem vorangehenden Schritt
- Beispiel ist die Restlast nach direkter PV-Deckung.
- potenzielle Einspeisung vor regulatorischer Begrenzung
- Beispiel wird erst danach ggf. auf begrenzt.
- dynamischer Tarif bzw. Einspeisebezug
- Beispiel ist der Intervallpreis; skaliert die zulässige Einspeisung.
- gerichteter Energiefluss von Quelle a nach Senke b
- Beispiel bedeutet direkte PV-Deckung der Last; Netzladung der Batterie.
- temporärer Ladezustand der Batterie innerhalb desselben Intervalls
- Beispiel ist nach Selbstentladung, nach Reserve-Wiederherstellung, nach Entladung und nach PV-Ladung.
Datenquellen und Modellinputs
Die Methodik kombiniert Nutzerinputs mit externen Datenquellen. Die folgende Übersicht erläutert die wichtigsten Quellen und ihren jeweiligen Modellzweck.
Methodologische Referenzen
Die Struktur des Alterungsmodells und zentrale Modellannahmen orientieren sich an den folgenden Arbeiten. Die konkreten Koeffizienten und Multiplikatoren sind dennoch initiale Kalibrierungswerte innerhalb dieser Literaturgrenzen und keine unveränderte Übernahme einzelner Paperwerte.
SAM / NREL Batterielebensdauer
Begründet die Trennung von Kalender- und Zyklusalterung sowie DoD-abhängige Zyklenlogik.
NREL SAM battery life model overviewReview zur Lebensdauerprognose
Stützt die getrennte Betrachtung von Kalender- und Zykluskomponenten als robuste Modellstruktur.
Battery lifetime prediction reviewLFP-Studie zur kalendarischen Alterung
Stützt die SoC-Abhängigkeit der kalendarischen Alterung und niedrige bis mittlere Grundraten für LFP.
LFP storage-aging studyKalendarische Alterung mit Wurzel-Zeit-Struktur
Begründet die Wurzel-Zeit-Form der kalendarischen Alterung und den starken Einfluss hoher SoC-Niveaus.
Automotive aging studyLFP-Zyklusmodell
Stützt die Verwendung der Entladetiefe als zentralen Treiber der Zyklusalterung.
LFP cycle-life modelBenchmark-Kontext zur Batterielebensdauer
Liefert Referenzwerte zur Einordnung der Annahmen für die Batterielebensdauer.
PNNL / Sandia benchmark
Kurzes Rechenbeispiel
Das folgende Beispiel zeigt eine bewusst vereinfachte Einzelintervallrechnung. Es illustriert die Reihenfolge der Batterieentscheidung und die ökonomische Interpretation, ohne alle Mehrjahreseffekte wie Degradation oder fixe Jahreskomponenten mitzunehmen.
1. Eingaben
Last 4,0 kWh; PV 1,0 kWh; Start-SoC 6,0 kWh; Kapazität 10,0 kWh; SoC-Grenzen 10 % und 95 %; P_d = 3,0 kW; η_d = 0,95; Preis 0,30 EUR/kWh.Vollständiger Intervallzustand vor Dispatch.Das Beispiel isoliert nur einen Stundenblock; Degradation und Jahresfixkosten bleiben außen vor.
2. Direkte Deckung und Restlast
PV→Last = min(1,0; 4,0) = 1,0. Daraus folgt L^res = 4,0 - 1,0 = 3,0.Direkte PV-Deckung 1,0 kWh; Restlast 3,0 kWh.Die Batterie entscheidet erst nach dieser direkten PV-Zuordnung.
3. Entladung und Netzbezug
Maximal an die Last lieferbar: 0,95 × min(6,0 - 1,0; 3,0) = 2,85. Restnetzbezug: 3,0 - 2,85 = 0,15.Batterieabgabe 2,85 kWh; Netzbezug 0,15 kWh.Die verfügbare interne Reserve oberhalb S_min und der Wirkungsgrad begrenzen die nutzbare Entladung.
4. Neuer SoC und Intervallnutzen
S_t = 6,0 - 2,85 / 0,95 = 3,0. Intervallnutzen: 2,85 × 0,30 = 0,855 EUR.End-SoC 3,0 kWh; monetärer Intervallwert 0,855 EUR.Da weder PV-Opportunitätskosten noch Netzladung auftreten, entspricht der Nutzen hier direkt dem vermiedenen Netzbezug.
5. Jahreskennzahl
Bei 720 EUR operativem Batterienutzen, 120 EUR Wartung pro vollem Betriebsjahr und 6.000 EUR Investition beträgt der nominale Netto-Cashflow 600 EUR. Damit gilt ROI = 600 / 6000 × 100; bei bewusst konstanten nominalen Cashflows erreicht die kumulierte Reihe nach 10 Jahren erstmals null.ROI 10 %; nominale Amortisation 10 Jahre.Das vereinfachte Beispiel zeigt ROI und kumulierte Amortisation. NPV und IRR würden zusätzlich die konkreten monatlichen Zahlungsdaten und den gewählten Diskontsatz verwenden.
Grenzen des Modells
- Zukünftige Strompreise, Abgaben und regulatorische Vorgaben sind unsicher. Die Simulation ist daher eine strukturierte Szenarienrechnung, keine Preisgarantie.
- Der Solarspitzengesetz-Pfad gilt für fest installierte PV unter 100 kW mit EEG-Einspeisevergütung. Balkonkraftwerke werden separat ohne Vergütung modelliert; Direktvermarktung und projektspezifische Anlagenzusammenfassungen sind nicht abgebildet. Unter 2 kWp wird keine künftige BNetzA-Festlegung unterstellt. Die Nachholvergütung nach § 51a wird außerhalb des Analysezeitraums aus dem letzten Betriebsjahr mit fortgeführter PV-Degradation geschätzt. Das Modell ist keine rechtliche Konformitätsprüfung.
- Die aktuellen Ergebnisse sind Punktschätzungen unter den gewählten Annahmen und keine stochastischen Bandbreiten, Konfidenzintervalle oder Unsicherheitskorridore.
- Die nutzbare Batteriekapazität altert im Mehrjahrespfad auf Basis der hinterlegten Kalender- und Zyklusalterungsannahmen. Nicht separat modelliert werden derzeit insbesondere Temperatur, Lade- und Entladerate sowie herstellerspezifische Zell- und Thermomodelle.
- Enthält ein Upload bereits Batterieflüsse, halten wir die gemessene Gesamtladung und -entladung der Bestandsbatterie in jedem modellierten Intervall fest und optimieren oder altern sie nicht synthetisch. Verringert PV-Degradation die für diese feste Ladung verfügbare PV-Energie, wird die Lücke dem Netzbezug zugerechnet. Langfristige Ergebnisse mit einer hochgeladenen Bestandsbatterie sind daher bedingte Projektionen mit festem Lastgang und keine technische Batteriealterungsprognose.
- Verhaltensänderungen im Haushalt, manuelle Eingriffe und reale Regelstrategien eines Herstellers werden nur insoweit erfasst, wie sie in den Eingangsdaten und Annahmen abgebildet sind.
- Installateurangebote, Finanzierungskosten, steuerliche Spezialfälle und projektspezifische Nebenkosten liegen außerhalb der hier dokumentierten Basisgleichungen.
- Die erweiterten Finanzkennzahlen sind vor Steuern und ohne Fremdfinanzierung modelliert. Steuern, Förderungen, Abschreibungen, Restwerte und Ersatzinvestitionen sind in der aktuellen DCF-Schicht bewusst nicht enthalten.
- Kennzahlen sind besonders wertvoll für den Vergleich mehrerer Konfigurationen unter konsistenten Annahmen. Absolute Realisation kann später abweichen.