Verbrauchsdaten, PV-Konfiguration, Batterieparameter, Preisannahmen und tarifliche Zusatzkomponenten werden als Eingangsvektor vorbereitet.
Methodik
Transparente Methodik für PV-, Batterie- und Tarifanalysen. Diese Seite dokumentiert die aktuell implementierten Berechnungen, Annahmen, Datenquellen und Grenzen des Modells.Stand: 04. April 2026
Überblick
Voltary simuliert Haushaltslast, PV-Erzeugung, Batteriebetrieb und Tarifabrechnung in festen Zeitintervallen. Die Ergebnisse dienen dem belastbaren Vergleich von Szenarien und Konfigurationen; sie sind keine Zusage später exakt eintretender Einsparungen.
Auf dieser Seite dokumentieren wir die aktuell implementierte Modelllogik mit Formeln, Annahmen, Datenquellen und Modellgrenzen.
Notation und Einheiten
Die Notation unten wird auf der gesamten Seite konsistent verwendet. Zwischenzustände wie (sd), (reserve), (d) und (pv) kennzeichnen temporäre SoC-Stände innerhalb eines einzelnen Dispatch-Intervalls.
| Symbol | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| kWh | Energiemenge | |
| kW | Leistung | |
| EUR/kWh | Preis oder Tarifkomponente | |
| EUR | Kosten oder jährliche Einsparung | |
| EUR | Investition | |
| EUR | Gesamtgewinn über den Analysehorizont | |
| dimensionslos | Lade- bzw. Entladewirkungsgrad im Intervallmodell | |
| kWh | Ladezustand der Batterie | |
| dimensionslos | Zeitindex des Simulationsintervalls | |
| Jahre | Analysehorizont |
Indexe, Suffixe und Pfeilnotation
| Schreibweise | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Energiemenge vor Wirkungsgradverlusten | ist die brutto aus dem Netz geladene Energiemenge. | |
| Energiemenge nach Wirkungsgradverlusten bzw. als Nettoeffekt | ist die netto in der Batterie gespeicherte Energiemenge. | |
| verbleibende Restgröße nach einem vorangehenden Schritt | ist die Restlast nach direkter PV-Deckung. | |
| potenzielle Einspeisung vor regulatorischer Begrenzung | wird erst danach ggf. auf begrenzt. | |
| dynamischer Tarif bzw. Einspeisebezug | ist der Intervallpreis; skaliert die zulässige Einspeisung. | |
| gerichteter Energiefluss von Quelle a nach Senke b | bedeutet direkte PV-Deckung der Last; Netzladung der Batterie. | |
| temporärer Ladezustand der Batterie innerhalb desselben Intervalls | ist nach Selbstentladung, nach Reserve-Wiederherstellung, nach Entladung und nach PV-Ladung. |
Simulationsablauf
Die Ergebnisse entstehen in einer klaren Abfolge aus Dateneingabe, Normalisierung, physikalischer Simulation und ökonomischer Auswertung.
Zeitachsen, Einheiten und fehlende Werte werden auf eine gemeinsame Intervallstruktur gebracht, damit Last-, PV- und Preisdaten vergleichbar sind. Bei Uploads ohne bestehende Batterie übernehmen wir für Folgejahre das im Upload gemessene stündliche Muster: wie viel PV die Last direkt deckt und in welchen Stunden trotz PV noch Restlast und Netzbezug übrig bleiben. Das ist wichtig, weil sonst Stunden geglättet würden, in denen trotz hoher PV-Erzeugung noch Restlast und Netzbezug auftreten. Genau diese Spitzen kann eine Batterie später oft abfangen.
Je nach Workflow verwenden wir hochgeladene PV-Daten oder berechnen wetterbasierte Erzeugungsprofile mit stündlichen PVGIS-Daten. Dafür senden wir Standort, Ausrichtung, Neigung und zugewiesene kWp je PV-Fläche an PVGIS und verwenden den dort dokumentierten Standardwert von 14 % Systemverlusten. Für die Prognose kombinieren wir drei reale historische PVGIS-Jahre, indem je Monat der mittlere Ertragsmonat übernommen wird. In New-System-Szenarien, in denen die gewählte PV-Größe kleiner ist als die erfasste Dachkapazität, werden zuerst die Flächen mit dem höchsten erwarteten Ertrag belegt; nur diese zugewiesenen Teilflächen fließen in das PVGIS-Profil ein.
Für jedes Intervall werden SoC-Grenzen, Lade- und Entladeleistung, Wirkungsgrade sowie ökonomische Preisschwellen angewendet. Die Batterie folgt dabei bewusst einer transparenten regelbasierten Logik und keinem prognoseoptimierten Regler.
Netzbezugskosten, Einspeiseerlöse und jährliche Fixkomponenten werden je nach Preislogik zu Gesamtkosten und Einsparungen aggregiert.
Aus den Simulationsergebnissen werden Kennzahlen wie Autarkie, Eigenverbrauch, ROI, Amortisationszeit und Gewinn berechnet und optimiert.
Batteriemodell
Die Batterie wird als intervalldiskretes Speicherproblem mit SoC-Grenzen, Lade-/Entladeleistung und Wirkungsgradverlusten modelliert. Innerhalb jedes Intervalls folgt die Implementierung dieser Reihenfolge: SoC-Clipping, direkte PV-Deckung, Selbstentladung, Reserve-Wiederherstellung, Hilfsverbrauch, ökonomisch zulässige Entladung, PV-Ladung, optionale Netzladung und erst danach Export bzw. Einspeisebegrenzung.
Kalendarische Alterung
Auch ohne aktive Zyklen sinkt die nutzbare Kapazität über die Zeit. Das Modell bildet diesen Effekt chemieabhängig und in Abhängigkeit vom mittleren SoC des Simulationstags ab.
Zyklusalterung
Zusätzlich zur kalendarischen Alterung reduziert zyklische Nutzung die verfügbare Kapazität. Dafür wird der tägliche SoC-Verlauf in Vollzyklenäquivalente und eine tägliche Entladetiefe übersetzt.
Verfügbare Kapazität und SoC-Grenzen
Die zulässige Betriebsbandbreite skaliert mit der im jeweiligen Simulationszeitpunkt verfügbaren Batteriekapazität; min- und max-SoC sind daher keine festen kWh-Werte.
Leistungsgrenzen pro Intervall
Lade- und Entladeleistung werden zunächst in maximal bewegte Energie pro Intervall übersetzt. Diese Grenze wirkt zusätzlich zu den SoC-Grenzen.
Batterieverschleißkosten
Die Implementierung verteilt die Batterieinvestition auf den nominalen Lebensdauer-Zyklusdurchsatz aus Kapazität und garantierten Zyklen.
Maximaler Ladepreis
Netzladung ist nur dann sinnvoll, wenn der Kaufpreis niedrig genug ist, um Verschleiß und Wirkungsgradverluste zu decken.
Minimaler Entladepreis
Entladung ist nur wirtschaftlich, wenn der vermiedene Netzpreis die Verschleißkosten unter Berücksichtigung der Entladeverluste übersteigt.
Direkte PV-Deckung, Restlast und Überschuss
Bevor die Batterie reagiert, wird die Haushaltslast zunächst direkt aus der laufenden PV-Erzeugung gedeckt. Daraus ergeben sich Restlast für mögliche Entladung und PV-Überschuss für spätere Ladung oder Einspeisung.
Selbstentladung
Chemische Leerlaufverluste werden getrennt von Lade- und Entladewirkungsgraden modelliert. Sie reduzieren die gespeicherte Energie proportional zum aktuellen SoC, auch wenn die Batterie sonst inaktiv ist.
Reserve-Wiederherstellung nach Selbstentladung
Wenn Selbstentladung den SoC unter die konfigurierte Mindestreserve drückt, stellt das Modell diese Reserve zuerst aus PV-Überschuss und danach aus dem Netz wieder her, begrenzt durch verbleibende Ladeleistung.
Standby- und Hilfsverbrauch
Standby- und Hilfsverbrauch steht für den laufenden Strombedarf von Batterie, Wechselrichter und Steuerung im Intervall. Zuerst wird daraus eine Energiemenge berechnet. Die Batterie deckt davon nur den Anteil, der nach Reserve-Wiederherstellung noch oberhalb des Mindest-SoC verfügbar ist und innerhalb der Entladegrenze liegt; der Rest wird direkt aus dem Netz bezogen.
Ökonomisch zulässige Entladung
Nach direkter PV-Deckung prüft das Modell von innen nach außen, wie viel Energie die Batterie in diesem Intervall überhaupt an die Last liefern kann: zunächst die oberhalb der Mindestreserve verfügbare Energie, dann begrenzt durch die Entladeleistung des Intervalls und anschließend mit auf die nach Entladeverlusten an der Last ankommende Energiemenge umgerechnet. Davon wird höchstens die verbleibende Restlast bedient und nur dann, wenn der aktuelle Strompreis die Entladeschwelle überschreitet.
PV-Ladepriorität
PV-Überschuss lädt die Batterie vor jeder eventuellen Netzladung. Begrenzend wirken nur der verfügbare Überschuss, freier Speicherplatz und die Ladeleistung.
Bedingte Netzladung
Netzladung wird erst nach PV-Ladung geprüft und nutzt nur die im Intervall verbleibende Ladeleistung. Zusätzlich muss der Strompreis unter der Ladegrenze liegen.
Export und Abregelung nach Batterieladung
Nach der Batterieladung verbleibender PV-Überschuss wird zunächst als potenzielle Einspeisung bestimmt und anschließend gegebenenfalls durch eine Einspeisebegrenzung gekappt.
Netzbezug mit Batterie
Netzbezug besteht im Modell nicht nur aus Restlast des Haushalts, sondern zusätzlich aus Reserve-Nachladung aus dem Netz, regulärer Netzladung der Batterie und ungedecktem Hilfsverbrauch.
SoC-Fortschreibung
Der End-SoC des Intervalls ergibt sich aus dem begrenzten Anfangszustand nach Abzug von Selbstentladung und batterieseitig gedecktem Hilfsverbrauch sowie nach Addition von Reserve-Wiederherstellung und regulärer PV- bzw. Netzladung.
Tarif- und Kostenmodell
Wir unterscheiden zwischen festen Energiepreisen, zeitvariablen Preisen und jährlichen Fixkomponenten. In den Preisdiagrammen werden meist nur variable EUR/kWh-Komponenten gezeigt; Jahresgebühren fließen in die Jahresergebnisse ein.
Fixer Tarif
Beim Fixpreis werden die jährlichen Netzbezugskosten aus Energiepreis mal Importmenge plus jährlichen Fixkomponenten berechnet.
Dynamischer Tarif
Bei dynamischen Tarifen wird der Netzbezug immer auf der gewählten Simulationszeitachse mit dem jeweils gültigen Preis bewertet: bei Stundensimulation stündlich, bei 15-Minuten-Simulation viertelstündlich. Anschließend werden fixe Jahresbestandteile ergänzt.
Berichtete Kennzahlen
Wir kombinieren physikalische und ökonomische Kennzahlen. Die folgenden Definitionen sind die zentralen Auswertungen für PV-, Batterie- und Gesamtsystemvergleich.
Vergleichsszenarien: In Upload-Daten kann bereits Batterieverhalten enthalten sein. Deshalb ist ein Szenario mit 0 kWh zusätzlicher Batteriekapazität nicht immer identisch mit einem reinen Haushalt-ohne-Batterie-Basisszenario. Die ausgewiesenen Batterieeffekte beziehen sich jeweils auf den passenden Vergleichspfad.
Eigenverbrauchsquote
Die Eigenverbrauchsquote misst, welcher Anteil der PV-Erzeugung direkt oder indirekt im eigenen System genutzt wird.
Autarkiegrad
Der Autarkiegrad misst, wie stark der Haushalt seinen Strombedarf ohne Netzbezug decken kann.
Intervallnutzen der Batterie
Der ökonomische Batterienutzen im Intervall ergibt sich aus vermiedenem Netzbezug abzüglich Opportunitätskosten aller PV-gestützten Batterieladung einschließlich Reserve-Wiederherstellung und abzüglich direkter Kosten aller netzgestützten Batterieladung sowie direkt aus dem Netz gedeckten Hilfsverbrauchs.
Kumulierter Batterienutzen
Der Intervallnutzen der Batterie wird zunächst über alle simulierten Intervalle aufsummiert und erst danach annualisiert.
Batteriezyklen und erwartete Lebensdauer
Die ausgewiesenen Zyklen basieren auf dem insgesamt netto geladenen Energievolumen relativ zur Batteriekapazität. Daraus wird eine erwartete Lebensdauer in Jahren abgeleitet.
Jährliche Batterieeinsparung
Die Batterieeinsparung ist der über den Analysehorizont gemittelte Nutzen der Batterieoperation.
Jährliche PV-Einsparung
Die PV-Einsparung summiert vermiedenen Netzbezug aus Eigenverbrauch und Erlöse aus Einspeisung und mittelt diese über den Analysehorizont.
Batterie-ROI und Amortisation
ROI und Amortisation verdichten die durchschnittliche jährliche Einsparung auf zwei gut interpretierbare Investitionskennzahlen.
Gesamtgewinn
Der Gesamtgewinn ergibt sich aus den über den Analysezeitraum aufsummierten PV- und Batterieeinsparungen abzüglich der relevanten Investitionen.
Optimierungsziel
Bei Konfigurationsvergleichen wird die beste Lösung als Argmax des gewählten Zielkriteriums bestimmt.
Ökonomische Konventionen
Die ökonomische Auswertung folgt einigen bewusst einfachen Konventionen. Diese sollten zusammen mit den Formeln gelesen werden, damit ROI und Amortisation nicht überinterpretiert werden.
Erweiterte Finanzkennzahlen
NPV und IRR bauen auf dem nominalen Jahres-Cashflow-Modell auf. Jahr 0 ist der anfängliche CAPEX; die Jahre 1 bis Y sind nominale Netto-Cashflows nach Wartung.
Kapitalwert (NPV)
Der diskontiert die nominale jährliche Netto-Cashflow-Reihe auf Jahr 0 zurück und zieht die Anfangsinvestition ab.
Interner Zinsfuß (IRR)
Die ist der Diskontsatz, bei dem dieselbe Reihe aus Jahr-0-CAPEX und nominalen jährlichen Netto-Cashflows genau null ergibt.
Im kumulierten Cashflow-Chart endet die gestrichelte diskontierte Linie beim NPV, während die durchgezogene nominale Linie den nominalen Amortisationspfad zeigt, der auch der Headline-Amortisationszeit zugrunde liegt. In repräsentativen Finanzplots wird die jährliche Wartung gleichmäßig über die dargestellten Intervalle verteilt, damit diese Visualisierungen zum Jahres-Cashflow-Modell passen.
| Aspekt | Aktuelle Implementierung | Interpretation |
|---|---|---|
| Analysehorizont | Mehrjahressimulation über den konfigurierten Horizont, standardmäßig 20 Jahre. | Die ausgewiesenen Jahresultate sind Zusammenfassungen über diesen Horizont, keine Einjahres-Simulation. |
| Inflation | Der operative Nutzenpfad verwendet eine konfigurierbare Inflationsannahme. | Mehrjahreswerte spiegeln damit eine nominale Fortschreibung wider und nicht bloß eine Wiederholung des Startjahres. |
| Ø jährlicher Netto-Cashflow | Ausgewiesen wird der Durchschnitt des über den Analysehorizont akkumulierten nominalen Cashflows pro Jahr nach jährlicher Wartung. | Die Kennzahl ist deshalb eine geglättete Durchschnittsgröße und nicht zwingend der Cashflow des ersten Jahres. |
| ROI und Amortisation | Der ausgewiesene ROI nutzt den durchschnittlichen jährlichen nominalen Netto-Cashflow nach Wartung im Verhältnis zur Anfangsinvestition; die Amortisationszeit ist der nominale Break-even derselben wartungsbereinigten Cashflow-Reihe. | Beides bleibt als Headline-Kennzahl nicht diskontiert. Diskontierte Kennzahlen wie Kapitalwert (NPV) und interner Zinsfuß (IRR) werden separat ausgewiesen. |
| NPV und IRR | Der NPV diskontiert den Jahr-0-CAPEX und die jährlichen nominalen Netto-Cashflows nach Wartung mit dem konfigurierten Diskontsatz. Die IRR ist der Zinssatz, bei dem dieselbe nominale Cashflow-Reihe null wird. | Ein positiver NPV bedeutet, dass das Projekt den gewählten Diskontsatz schlägt. Die IRR kann mit einer Hurdle Rate verglichen werden, ist aber nicht immer definiert, wenn der Cashflow keine gültige eindeutige Lösung hat. |
| Kumulierter Cashflow-Chart | Die geplottete nominale Linie startet mit dem anfänglichen CAPEX und addiert danach die jährlichen nominalen Cashflows netto nach Wartung; die gestrichelte Linie diskontiert dieselben Jahres-Cashflows. | Die Nullkreuzung des Charts ist der nominale Cashflow-Break-even der geplotteten Reihe und entspricht damit der Logik der Headline-Amortisationszeit, abgesehen von kleinen Rundungsdifferenzen. Repräsentative Finanzplots verteilen die Wartung zu Visualisierungszwecken gleichmäßig auf die Intervalle. |
Länderspezifische Sonderlogik
Die Kernformeln oben beschreiben den generischen Dispatch- und Kostenpfad. In einzelnen Märkten greifen zusätzliche regulatorische Regeln, die die monetäre Bewertung oder die Exportlogik verändern können.
Ohne regulatorische Sonderfälle folgen Dispatch, Export und monetäre Bewertung den generischen Gleichungen dieser Seite. Diese Basisschicht ist für alle Märkte identisch, solange keine länderspezifische Ausnahme greift.
Wenn ein Markt eine explizite Sonderregel hat, überschreibt diese nicht das gesamte Modell, sondern nur den betroffenen Teilpfad, etwa Exportbegrenzung oder finale monetäre Zuordnung. Die Tabelle unten benennt genau diese Abweichungen.
| Land | Regel | Modellwirkung |
|---|---|---|
| Deutschland | Solarspitzengesetz-Pfad mit möglicher Einspeisebegrenzung und Nullvergütung in negativen Preisintervallen, wenn die Regel greift. | Die generische Export- und Erlöslogik kann dadurch länderspezifisch eingeschränkt werden. |
| Niederlande | Saldering-/Netting-Logik kann Batterienutzen aus szenarioweisen Differenzen der Netto-Energiekosten statt aus der einfachen Intervallzerlegung ableiten. | Die finale monetäre Wirkung folgt dann der regulatorischen Kostenlogik und nicht nur der generischen Intervallformel. |
Annahmen und aktuelle Standardwerte
Die folgenden Werte sind dokumentierte Produktstandards, sofern keine Nutzerwerte angegeben werden. Sie sind keine Naturkonstanten, sondern konfigurierbare Modellparameter.
| Parameter | Aktueller Standard | Hinweis |
|---|---|---|
| Analysehorizont | 20 Jahre | Standardwert in der wirtschaftlichen Auswertung; durch Nutzerangaben überschreibbar. |
| Zeitauflösung | Feste Intervall-Simulation mit 15 oder 60 Minuten | Eingangsdaten werden je nach gewählter oder erkannter Datengranularität vor der Dispatch-Logik auf ein gemeinsames 15- oder 60-Minuten-Raster normalisiert. |
| SoC-Grenzen | 10 % min / 95 % max / 50 % initial | Diese Werte greifen nur, wenn keine explizite Konfiguration vorliegt. |
| Wirkungsgrade | 95 % Laden / 95 % Entladen | Wirken sowohl in der SoC-Fortschreibung als auch in den Preisgrenzen. |
| Selbstentladung | 3,0 %/Monat | Wird als auf das Intervall umgerechneter Verlust auf den gespeicherten Energieinhalt vor der Reserve-Wiederherstellung angewendet. |
| Standby- / Hilfsverbrauch | 5 W | Wird als direkter elektrischer Verbrauch modelliert: zuerst aus Batteriereserve oberhalb des Mindest-SoC, danach mit Netz-Fallback. |
| Garantierte Zyklen | 6000 | Werden für Verschleißkosten und Lebensdauerabschätzung verwendet. |
| Batteriechemie | LiFePO4 als Standard; reale Modelle mit Katalog-Chemie; generisches Li-ion konservativ wie NMC | Die Chemie steuert die Koeffizienten der Kalender- und Zyklusalterung. Wenn keine spezifischere Angabe vorliegt, bleibt LiFePO4 der Default für manuelle Konfigurationen. |
| Batteriealterung | Chemieabhängiges Kalender- und Zyklusalterungsmodell; LiFePO4 als Standard | Manuelle bzw. frei konfigurierte Batterien verwenden standardmäßig LiFePO4; reale Batteriemodelle übernehmen, wenn verfügbar, ihre Katalog-Chemie. |
| Modellierte Alterungsstressoren | Mittlerer SoC, Entladetiefe und garantierte Zyklen | Nicht separat modelliert werden derzeit Temperatur, explizite C-Rate und herstellerspezifische Zell- oder Thermomodelle. |
| Alterungs-Sensitivitäten | Kalender 1,0x und Zyklus 1,0x standardmäßig | Optionale nutzerseitige Multiplikatoren skalieren die Basis-Terme der Kalender- und Zyklusalterung für Sensitivitätsanalysen, während die literaturbasierte Modellstruktur unverändert bleibt. |
| PV-Degradation | 0,5 % pro Jahr | Standardwert für mehrjährige PV-Projektionen. |
| Mehrjahres-Fortschreibung von Upload-Profilen | Ohne bestehende Batterie bleibt die gemessene stündliche PV→Last-Überlappung erhalten | Bei Uploads ohne bestehende Batterie rekonstruieren wir die stündliche Direkt-PV-Nutzung aus PV-Erzeugung, Netzbezug und Einspeisung und verwenden diese Überlappungsstruktur auch in Folgejahren weiter. So bleiben auch Stunden sichtbar, in denen trotz hoher PV-Leistung noch Restlastspitzen übrig bleiben. Würden Folgejahre nur pauschal aus min(PV, Last) neu aufgebaut, gingen diese Spitzen verloren und der zusätzliche Batterienutzen würde tendenziell unterschätzt. PV-Degradation reduziert dabei weiterhin die verfügbare PV-Menge. |
| Uploads mit bestehender Batterie | Beobachtetes Batterieverhalten wird näherungsweise fortgeschrieben; die Upload-Batterie wird nicht synthetisch gealtert | Wenn hochgeladene Profile bereits Batterie-Lade- und Entladeflüsse enthalten, leiten wir im Mehrjahrespfad kein separates technisches Modell für diese Batterie ab. Stattdessen führen wir ihr beobachtetes Verhalten näherungsweise fort. PV-Degradation reduziert dabei weiterhin die verfügbare PV-Menge, sodass PV-gespeiste Anteile nur insoweit erhalten bleiben, wie degradierte PV sie noch ermöglicht. Langfristige Ergebnisse mit einer im Upload enthaltenen bestehenden Batterie sind daher als Näherung zu lesen. |
| Konstruktion von New-System-Szenarien | Jede Kandidaten-PV-Größe erhält ein eigenes Ganzjahres-PV-Profil; Batterievarianten werden auf derselben Last- und Tarifbasis simuliert | Im New-System-Workflow stammt die Lastbasis aus hochgeladenen oder generierten Verbrauchsdaten. Für jede Kandidaten-PV-Größe ordnen wir die verfügbare PV-Leistung zuerst den Dachflächen mit dem höchsten erwarteten Ertrag zu und senden nur diese zugewiesenen Teilflächen an die PV-Profilberechnung. Daraus entsteht ein vollständiges Jahres-PV-Profil; anschließend simulieren wir jede PV-/Batteriekombination über denselben Horizont mit demselben Optimierungsziel. Manuelle Batterien verwenden die konfigurierten Annahmen; reale Batteriemodelle nutzen, sofern vorhanden, Katalogspezifikationen. |
| Fixe Jahreskomponenten | Bei Konfiguration in Jahressummen enthalten | EUR/kWh-Charts zeigen oft nur variable Preisbestandteile. |
Datenquellen und Modellinputs
Die Methodik kombiniert Nutzerinputs mit externen Datenquellen. Die Tabelle benennt die wichtigsten Quellen und ihren jeweiligen Modellzweck.
| Quelle | Verwendung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Nutzereingaben und Uploads | Haushaltsverbrauch, bestehende PV-Daten, Batterie- und Preisannahmen | Falls hochgeladene Zeitreihen vorliegen, haben diese Vorrang vor pauschalen Profilannahmen. |
| PVGIS-3-Jahresprofil | Standortbezogene stündliche PV-Ertragswerte aus drei realen historischen PVGIS-Jahren | PVGIS berechnet die Erträge aus Koordinaten, Ausrichtung, Neigung und installierter Leistung; wir verwenden 14 % Systemverluste und übernehmen je Monat den mittleren Ertragsmonat. Damit bleiben reale Wetterverläufe erhalten, ohne eine vollständige Unsicherheitsanalyse abzubilden. |
| Bundesnetzagentur | SMARD.de | Day-ahead-Spotpreise für dynamische DE-LU/AT-Tarife | Wird in Viertelstundenauflösung verwendet. Quellenangabe: Bundesnetzagentur | SMARD.de, lizenziert unter CC BY 4.0. Voltary verarbeitet die Quelldaten (einschließlich Einheitenumrechnung, Zeitachsenabgleich und Chart-Aggregation). |
| Tarif- und Netzkomponenten | Regionale Netzgebühren, Umlagen, Liefermargen und landesspezifische Komponenten | Werden je nach Flow aus Konfiguration, Operator-Parametern und regulatorischer Logik ergänzt. |
| Regulatorische Parameter | Spezialregeln wie negative Preise oder Einspeisebegrenzung | Werden nur angewendet, wenn Land, Installationsdatum und Regulierungspfad dies erfordern. |
Methodologische Referenzen
Die Struktur des Alterungsmodells und zentrale Modellannahmen orientieren sich an den folgenden Arbeiten. Die konkreten Koeffizienten und Multiplikatoren sind dennoch initiale Kalibrierungswerte innerhalb dieser Literaturgrenzen und keine unveränderte Übernahme einzelner Paperwerte.
| Thema | Beitrag zur Methodik | Quelle |
|---|---|---|
| SAM / NREL Batterielebensdauer | Begründet die Trennung von Kalender- und Zyklusalterung sowie DoD-abhängige Zyklenlogik. | NREL SAM battery life model overview |
| Review zur Lebensdauerprognose | Stützt die getrennte Betrachtung von Kalender- und Zykluskomponenten als robuste Modellstruktur. | Battery lifetime prediction review |
| LFP-Studie zur kalendarischen Alterung | Stützt die SoC-Abhängigkeit der kalendarischen Alterung und niedrige bis mittlere Grundraten für LFP. | LFP storage-aging study |
| Kalendarische Alterung mit Wurzel-Zeit-Struktur | Begründet die Wurzel-Zeit-Form der kalendarischen Alterung und den starken Einfluss hoher SoC-Niveaus. | Automotive aging study |
| LFP-Zyklusmodell | Stützt die Verwendung der Entladetiefe als zentralen Treiber der Zyklusalterung. | LFP cycle-life model |
| Chemievergleich LFP vs. NMC | Liefert Benchmark-Kontext für konservative Chemieannahmen und Lebensdauerordnungen. | PNNL / Sandia benchmark |
Kurzes Rechenbeispiel
Das folgende Beispiel zeigt eine bewusst vereinfachte Einzelintervallrechnung. Es illustriert die Reihenfolge der Batterieentscheidung und die ökonomische Interpretation, ohne alle Mehrjahreseffekte wie Degradation oder fixe Jahreskomponenten mitzunehmen.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis | Interpretation |
|---|---|---|---|
| 1. Eingaben | Last 4,0 kWh; PV 1,0 kWh; Start-SoC 6,0 kWh; Kapazität 10,0 kWh; SoC-Grenzen 10 % und 95 %; P_d = 3,0 kW; η_d = 0,95; Preis 0,30 EUR/kWh. | Vollständiger Intervallzustand vor Dispatch. | Das Beispiel isoliert nur einen Stundenblock; Degradation und Jahresfixkosten bleiben außen vor. |
| 2. Direkte Deckung und Restlast | PV→Last = min(1,0; 4,0) = 1,0. Daraus folgt L^res = 4,0 - 1,0 = 3,0. | Direkte PV-Deckung 1,0 kWh; Restlast 3,0 kWh. | Die Batterie entscheidet erst nach dieser direkten PV-Zuordnung. |
| 3. Entladung und Netzbezug | Maximal an die Last lieferbar: 0,95 × min(6,0 - 1,0; 3,0) = 2,85. Restnetzbezug: 3,0 - 2,85 = 0,15. | Batterieabgabe 2,85 kWh; Netzbezug 0,15 kWh. | Die verfügbare interne Reserve oberhalb S_min und der Wirkungsgrad begrenzen die nutzbare Entladung. |
| 4. Neuer SoC und Intervallnutzen | S_t = 6,0 - 2,85 / 0,95 = 3,0. Intervallnutzen: 2,85 × 0,30 = 0,855 EUR. | End-SoC 3,0 kWh; monetärer Intervallwert 0,855 EUR. | Da weder PV-Opportunitätskosten noch Netzladung auftreten, entspricht der Nutzen hier direkt dem vermiedenen Netzbezug. |
| 5. Jahreskennzahl | Bei 720 EUR durchschnittlicher jährlicher Batterieeinsparung und 6.000 EUR Investition gilt ROI = 720 / 6000 × 100 und T_pb = 6000 / 720. | Annualisierter ROI 12 %; einfache Amortisation 8,3 Jahre. | Diese Größen sind annualisierte, nicht diskontierte Kennzahlen und damit keine NPV-/IRR-Maße. |
Grenzen des Modells
- Zukünftige Strompreise, Abgaben und regulatorische Vorgaben sind unsicher. Die Simulation ist daher eine strukturierte Szenarienrechnung, keine Preisgarantie.
- Die aktuellen Ergebnisse sind Punktschätzungen unter den gewählten Annahmen und keine stochastischen Bandbreiten, Konfidenzintervalle oder Unsicherheitskorridore.
- Die nutzbare Batteriekapazität altert im Mehrjahrespfad chemieabhängig über Kalender- und Zykluskomponenten. Nicht separat modelliert werden derzeit insbesondere Temperatur, Lade- und Entladerate sowie herstellerspezifische Zell- und Thermomodelle.
- Enthält ein Upload bereits Batterieflüsse, behandeln wir diese bestehende Batterie im Mehrjahrespfad derzeit als beobachtetes Verhalten und altern sie nicht synthetisch nach. PV-gespeiste Anteile werden dabei nur insoweit fortgeschrieben, wie degradierte PV sie noch ermöglicht. Langfristige Projektionen mit vorhandener Upload-Batterie bleiben daher näherungsweise, solange diese Batterie nicht separat mit eigenen technischen Parametern modelliert wird.
- Verhaltensänderungen im Haushalt, manuelle Eingriffe und reale Regelstrategien eines Herstellers werden nur insoweit erfasst, wie sie in den Eingangsdaten und Annahmen abgebildet sind.
- Installateurangebote, Finanzierungskosten, steuerliche Spezialfälle und projektspezifische Nebenkosten liegen außerhalb der hier dokumentierten Basisgleichungen.
- Die erweiterten Finanzkennzahlen sind vor Steuern und ohne Fremdfinanzierung modelliert. Steuern, Förderungen, Abschreibungen, Restwerte und Ersatzinvestitionen sind in der aktuellen DCF-Schicht bewusst nicht enthalten.
- Kennzahlen sind besonders wertvoll für den Vergleich mehrerer Konfigurationen unter konsistenten Annahmen. Absolute Realisation kann später abweichen.
Fragen zu einer Annahme oder Formel?
Wenn du einen Spezialfall prüfen möchtest, verweise am besten direkt auf die Kennzahl oder Gleichung. So kann der Berechnungspfad gezielt nachvollzogen werden.